Steuern und Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Kroatien (für Deutsche)

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Einführung: Warum Steuern und Kaufnebenkosten für deutsche Käufer entscheidend sind

Der Immobilienkauf in Kroatien ist für viele Deutsche attraktiv – sei es als Ferienimmobilie, Alterswohnsitz oder Kapitalanlage. Dabei liegt der Fokus häufig stark auf dem Kaufpreis, während Steuern und Kaufnebenkosten unterschätzt oder zu spät berücksichtigt werden. Genau hier entstehen jedoch oft falsche Erwartungen, die das Gesamtbudget deutlich beeinflussen können.

Das kroatische System unterscheidet sich in mehreren Punkten vom deutschen Immobilienrecht. Zwar ist der Ablauf grundsätzlich transparent, dennoch gibt es steuerliche Besonderheiten, zusätzliche Gebühren und formale Schritte, die für deutsche Käufer nicht immer selbsterklärend sind. Wer sich frühzeitig mit diesen Kosten auseinandersetzt, kann realistischer planen und unangenehme Überraschungen vermeiden.

Grunderwerbsteuer in Kroatien: der zentrale Steuerfaktor

Die wichtigste Steuer beim Immobilienkauf in Kroatien ist die sogenannte Immobilienerwerbssteuer. Sie beträgt derzeit 3 % des Marktwertes der Immobilie und wird in den meisten Fällen vom Käufer getragen. Steuerpflichtig sind in erster Linie Bestandsimmobilien, also Objekte, die nicht direkt vom Bauträger erworben werden.

Wichtig für deutsche Käufer: Die Steuer berechnet sich nicht zwingend nach dem im Kaufvertrag genannten Preis. Die kroatische Finanzbehörde prüft, ob dieser dem marktüblichen Wert entspricht. Sollte der Kaufpreis als zu niedrig eingestuft werden, kann eine Nachveranlagung erfolgen. Der Steuerbescheid wird in der Regel einige Wochen nach Vertragsunterzeichnung zugestellt.

Mehrwertsteuer statt Grunderwerbsteuer bei Neubauten

Beim Kauf einer neu errichteten Immobilie von einem umsatzsteuerpflichtigen Bauträger fällt keine Immobilienerwerbssteuer an. Stattdessen ist die Mehrwertsteuer bereits im Kaufpreis enthalten. Der reguläre Mehrwertsteuersatz in Kroatien beträgt 25 %.

Für deutsche Käufer wirkt dieser Satz zunächst hoch. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass Neubauten häufig moderne Baustandards, bessere Energieeffizienz und geringere Instandhaltungskosten bieten. Zudem entfällt das Risiko einer späteren steuerlichen Nachveranlagung, da die Steuer bereits im Kaufpreis enthalten ist.

Notarkosten und Beglaubigung des Kaufvertrags

In Kroatien müssen Immobilienkaufverträge notariell beglaubigt werden. Dabei bestätigt der Notar die Identität der Vertragsparteien sowie die Echtheit der Unterschriften. Die Notarkosten sind gesetzlich geregelt und richten sich nach dem Kaufpreis sowie dem Umfang der Beglaubigung.

Für deutsche Käufer ist dieser Schritt besonders wichtig, da er ein zusätzliches Maß an Rechtssicherheit schafft. Die Kosten bewegen sich meist im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich, können bei komplexeren Transaktionen jedoch auch höher ausfallen. In jedem Fall sollten sie von Beginn an einkalkuliert werden.

Anwaltskosten und rechtliche Absicherung

Die Beauftragung eines Anwalts ist in Kroatien nicht verpflichtend, wird jedoch für ausländische Käufer dringend empfohlen. Ein erfahrener Anwalt prüft Eigentumsverhältnisse, Belastungen im Grundbuch, Baugenehmigungen sowie die rechtliche Zulässigkeit der Immobilie.

Anwaltskosten werden häufig pauschal oder als Prozentsatz des Kaufpreises berechnet. Für deutsche Käufer, die mit dem kroatischen Rechtssystem nicht vertraut sind, stellt diese Investition eine zentrale Absicherung dar. Sie schützt vor rechtlichen Risiken, die im Nachhinein deutlich teurer werden können.

Grundbuch- und Gerichtskosten

Nach Vertragsabschluss muss der Eigentumsübergang im kroatischen Grundbuch eingetragen werden. Erst mit dieser Eintragung gilt der Käufer rechtlich als Eigentümer der Immobilie. Die entsprechenden Gerichtskosten sind im Vergleich zu anderen Nebenkosten relativ gering.

Dennoch ist die korrekte Durchführung entscheidend. Fehler oder unvollständige Anträge können zu Verzögerungen führen. Viele deutsche Käufer überlassen diesen Schritt ihrem Anwalt, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.

Maklerprovisionen und Leistungsumfang

Beim Kauf über einen Immobilienmakler fällt in Kroatien in der Regel eine Käuferprovision an. Diese liegt meist zwischen 3 % und 4 % des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer. Die genaue Höhe und der Leistungsumfang sollten vor Vertragsabschluss klar geregelt sein.

Ein seriöser Makler unterstützt nicht nur bei der Immobiliensuche, sondern auch bei Verhandlungen, Koordination von Besichtigungen und der Abstimmung mit Anwälten und Notaren. Für deutsche Käufer kann diese Unterstützung den gesamten Kaufprozess erheblich vereinfachen.

Laufende Abgaben und kommunale Gebühren

Nach dem Erwerb entstehen laufende Kosten, insbesondere kommunale Abgaben. Dazu zählen Gebühren für Abfallentsorgung, Wasseranschluss oder lokale Infrastruktur. Zusätzlich erheben viele Gemeinden eine jährliche Abgabe für Ferienimmobilien.

Diese Kosten sind in der Regel überschaubar, variieren jedoch je nach Gemeinde und Größe der Immobilie. Für Käufer, die das Objekt nur zeitweise nutzen, sollten diese laufenden Verpflichtungen dennoch in die langfristige Kostenplanung einbezogen werden.

Übersetzungskosten und formale Anforderungen für Deutsche

Da Kaufverträge und behördliche Dokumente in kroatischer Sprache ausgestellt werden, benötigen deutsche Käufer häufig beglaubigte Übersetzungen. Diese müssen von gerichtlich anerkannten Übersetzern angefertigt werden.

Die Kosten hierfür sind vergleichsweise gering, spielen jedoch eine wichtige Rolle für das Verständnis der Vertragsinhalte. Eine klare sprachliche Grundlage ist entscheidend, um rechtliche Verpflichtungen korrekt einschätzen zu können.

Häufig übersehene Zusatzkosten

Neben den klassischen Steuern und Gebühren können weitere Kosten entstehen, etwa für die nachträgliche Legalisierung von Gebäudeteilen, Vermessungen oder die Anpassung von Eintragungen im Kataster. Solche Fälle betreffen vor allem ältere Immobilien.

Deutsche Käufer sollten daher stets einen finanziellen Puffer einplanen. Eine sorgfältige Prüfung im Vorfeld minimiert zwar Risiken, kann sie jedoch nicht vollständig ausschließen.

Gesamtüberblick: mit welchen Kosten deutsche Käufer rechnen sollten

In der Praxis liegen die gesamten Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Kroatien meist zwischen 6 % und 10 % des Kaufpreises. Der genaue Wert hängt von der Art der Immobilie, der steuerlichen Struktur und den gewählten Dienstleistern ab.

Wer diese Kosten realistisch kalkuliert und professionelle Unterstützung in Anspruch nimmt, schafft eine solide Grundlage für einen sicheren Immobilienkauf. Für deutsche Käufer gilt: Transparenz, Vorbereitung und rechtliche Absicherung sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Investition in Kroatien.

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Das Verständnis von Steuern und Kaufnebenkosten ist nur ein Teil des gesamten Immobilienkaufprozesses. Für einen vollständigen Überblick empfiehlt es sich, den Hauptleitfaden zu lesen, der alle Kaufphasen, rechtliche Prüfungen und wichtige Schritte vor Vertragsabschluss erklärt.

Thematische Leitfäden zum Hauskauf in Istrien.
Ein grundlegender Leitfaden durch den Kaufprozess für ausländische Käufer.

Tags
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